Inklusion am Arbeitsplatz: Digitale Barrierefreiheit aus Unternehmensperspektive

v.l.n.r.: Christian Zehetgruber, Werner Rosenberger, Jürgen Münzner, Prof. Dr. Klaus Miesenberger © AfB
v.l.n.r.: Christian Zehetgruber (Gründer und Geschäftsführer Videbis GmbH), Werner Rosenberger (Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs), Jürgen Münzner (AfB OÖ), Prof. Dr. Klaus Miesenberger (Institut Integriert Studieren, JKU Johannes Kepler Universität Linz) © AfB

11.07.2022

Digitale Barrierefreiheit und das neue Barrierefreiheitsgesetz waren am 4. Juli im Pressezentrum der Stadt Linz die Fokusthemen einer Dialogveranstaltung von Gastgeber AfB gemeinsam mit der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs und VIDEBIS. Die verbindende Klammer für alle Referenten: Wie Inklusion am Arbeitsplatz erfolgreich gelingen kann und welche Chancen und Nutzen digitale Barrierefreiheit für Unternehmen birgt.

Werner Rosenberger von der Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs ging in seinem Impulsvortrag konkret darauf ein, was mit dem neuen Barrierefreiheitsgesetz auf Unternehmen ab 2025 zukommt, welche wichtigen Maßnahmen und Schritte bis dahin umgesetzt werden müssen, was digitale Barrierefreiheit im Detail bedeutet und wie sie überprüft werden kann. Der Webauftritt ist schließlich das digitale Aushängeschild eines jeden Unternehmens.
 

Gesetzliche Verankerung

Die EU-Directive 2019/882 – der „European Accessibility Act“ - wird heuer noch ratifiziert und ab Juni 2025 in Österreich in Kraft treten. Das neue Barrierefreiheits-Gesetz (BaFG) ist zurzeit im Ministerrat und betrifft als gesetzliche Handhabe zukünftig alle Unternehmen, die digitale Produkte und Dienstleistungen im EU-Raum anbieten, vom Online-Shop bis hin zum Bankomat.
 

Möglichkeit der Zertifizierung: WACA-Zertifikat

Die Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs hat deshalb vor mittlerweile drei Jahren in Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Beirat ein Zertifikat für barrierefreie Websites ins Leben gerufen, das nach den internationalen WCAG-Richtlinien ausgerichtet ist. Der TÜV Austria ist die Zertifizierungsstelle. Daniel Pöll und Martin Lugmayr von der Firma Fabasoft freuten sich, ihre erfolgreiche Zertifizierung im Rahmen der Veranstaltung feiern zu dürfen und ihre WACA-Zertifikat entgegen zu nehmen.

Prof. Dr. Klaus Miesenberger, Institut Integriert Studieren, JKU Johannes Kepler Universität Linz, und Christian Zehetgruber, Geschäftsführer VIDEBIS, gingen in Ihrem anschließenden Dialogimpuls dann auf assistierende Technologien als Standard am inklusiven Arbeitsplatz ein, die insbesondere Menschen mit Sehbeeinträchtigung oder Blindheit das Arbeitsleben erleichtern. 

Dabei verwies Christian Zehetgruber vor allem auch auf erfolgreiche Beispiele von professionellen Arbeitsplätzen aus der eigenen Unternehmenspraxis und gab eine Schritt für Schrittanleitung für den Einsatz innovativer Blinden- und Sehbehinderten-Hilfsmittel, sowie einen generellen Überblick über assistierende Hilfsmittel für alle relevanten Beeinträchtigungen.

Übergeordnet ging es für alle Referenten um ein zentrales Ziel: Barrieren abzubauen und Sensibilisierung aufbauen, Menschen mit Behinderung einzustellen

Die Möglichkeit zum Networking und vertiefenden Austausch gab es dann anschließend beim Caritas Food-Truck vor dem AfB Pop-Up-Store in Linz.

 

Hilfsgemeinschaft der Blinden und Sehschwachen Österreichs: https://www.hilfsgemeinschaft.at/

Videbis: https://www.videbis.at/

Web Accessibility Certificate: https://waca.at/

Zum weiteren AfB-Veranstaltungsprogramm in Linz: https://www.afb-group.at/aktuelles/events/